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Es werden Posts vom 2014 angezeigt.

Werbung mit angeblichen Heilwirkungen durch Osteopathie / sog. osteopathische Techniken

Inzwischen gibt es mehrere, eindeutige Urteile wegen angeblicher Heilwirkungen durch die sogenannte "Osteopathie" von vier verschiedenen Gerichten aus vier verschiedenen Bundesländern  (Oberlandesgericht Düsseldorf, Oberlandesgericht Hamburg, Landgericht Berlin, Landgericht Karlsruhe):
1. Urteil des OLG Düsseldorf vom 5.11.2013 (Berufungsurteil)
Hier hatte ein Physiotherapeut einen Kollegen wg. irreführender Werbung mit Heilaussagen verklagt. Der Beklagte hatte im Internet ausführlich dargestellt man könne das sog. "KISS-Syndrom" und "KIDD-Syndrom" erfolgreich mit osteopathischen Techniken aus der Manuellen Therapie behandeln. Nach der Abmahnung und abgegebener Unterlassungserklärung, hat der Beklagte wieder zweifelhafte, irreführende Informationen zur Behandlung der beiden o.g. Syndrome ins Internet gestellt. Interessant sind zwei Dinge in diesem Urteil: a. Der Beklagte hatte später diesen Zusatz in seine Internetseite eingebaut: "Diese Behandlungsmet…

Stellungnahme der (deutschen) Gesellschaft für Neuropädiatrie zur Craniosacralen Therapie (2005)

Zitat: "KRANIOSAKRALTHERAPIE
Stellungnahme der Gesellschaft für Neuropädiatrie.
- Kommission zu Behandlungsverfahren bei Entwicklungsstörungen und zerebralen Bewegungsstörungen - D. Karch, G. Groß-Selbeck, H.-G. Schlack, A. Ritz, D. Rating
.... daher ist die Kraniosakraltherapie letztlich als eine besondere Art der Körpermassage anzusehen, die im weiteren Sinne der Manuellen Medizin zuzuordnen ist. Der Einsatz der Vorgehensweise zur Behandlung der spezieller Entwicklungs- und Lernstörungen ist abzulehnen*."
Quelle: http://www.neuropaediatrie.com/uploads/media/Kranio_lang.pdf  >> mittlerweile leider abgeschaltet
deshalb bitte unter http://www.neuropaediatrie.com/info_fuer_aerzte/stellungnahmen.html anfordern.
Das kann man kommentarlos so stehen lassen! Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Vielleicht sollte man hinzufügen, dass es sich bei den Autoren nicht um irgendwelche, "unbedeutende" Physiotherapeuten (qua ego sum) handelt, sondern um teilweise sehr n…

Antwort des Upledger-Instituts auf den kritischen Artikel von G.Supp zur Craniosacralen Therapie

Georg Supp hat 2007 einen kritischen Artikel zur craniosacralen Therapie veröffentlicht und darin heftig am heiligen Gral der Cranio-Gläubigen, dem "Craniosacralen Rhythmus" - kurz CSR - gerüttelt. 2011 wurde der Artikel von G. Supp selbst ins Englische übersetzt und imInternational Journal of MDT veröffentlicht. Daraufhin hat das UII (Upledger Institute International) mit einer eigenen Veröffentlichung Stellung bezogen. Es schreibt zu Beginn: "We were sent the following article (text in black) and asked for our response to it." Unbekannt bleibt, wer diese "Anfrage" gestellt hat. Wer hatte ein offenbar sehr grosses Interesse daran, dass der relativ kleine Artikel von G. Supp in aller Ausführlichkeit beantwortet wird? Warum macht sich die sonst ziemlich hochrissig und verschworen agierende Upledger-Führungsriege die Mühe, auf einen - in einer international ja eher unbedeutenden Zeitschrift ("Manuelle Therapie" des Thieme Verlages) - erschienenen …

Die neue Webseite des Upledger Verbandes - Ein kritischer Kommentar von Volker H. Richter

Der Upledger-Verband hat seine Internetseite modernisiert. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die auf der alten Seite noch präsentierte und an sich vollkommen bedeutungslose, sogenannte "Berufsordnung für Craniosacral-Therapeuten" nun entfernt wurde. Wozu auch eine Berufsordnung für einen Beruf, den es gar nicht gibt? Genauso wenig wie es den Beruf des "Manual-Therapeuten" gibt, gibt es den Beruf des "Craniosacral-Therapeuten" oder womöglich noch "Upledger-Craniosacral-Therapeuten". Darüber wacht zum Glück das deutsche Heilmittelwerbegesetz und das BGB, das solche "Berufsblüten" nämlich nicht duldet! Zurück zum Upledger Verband. Auf einer Unterseite Forschung steht (Zitate in rot, Kommentare in grau/schwarz): 

Zitat: "Forschen ist: Neue Erkenntnisse suchen, sammeln und diskutieren.
Nach den Pionierarbeiten von Upledger in den 1970er und folgenden Jahren, gibt es mittlerweile eine Reihe von wissenschaftlichen Studien nach …

Verfälschte Wiedergaben von wissenschaftlichen Arbeiten zur Craniosacralen Therapie - ein Beispiel

Auf der Seite eines deutschen Verbandes für Craniosacrale Therapie gibt es eine vermeintliche Aufklärungsseite für den Verbraucher mit einer Sammlung von aktuellen Studien zur Craniosacralen Therapie. Auf den ersten Blick vorbildlich, denn hier setzen sich Praktiker offenbar kritisch mit der von Ihnen praktizierten Methode auseinander und es werden auch einige sehr kritische Studien mit entsprechenden nachvollziehbaren Links genannt. Erst bei näherem Hinsehen fällt auf, wie durch Weglassen von Textpassagen und hinzugefügten Bewertungen in der deutschen Übersetzung der selbstauferlegten Kritik Grenzen gesetzt werden frei nach dem Motto: "man pinkelt sich nicht selbst ans Bein".

Beispiel:
Craniosacrale Therapie: eine systematische Übersichtsarbeit der klinischen Evidenz. Ernst E: Craniosacral therapy: a systematic review of the clinical evidence. Focus on Alternative and Complementary Therapies 2012, 17(4):197-201.
Abstrakt englisch PDF. Zusammenfassung und Bewertung deutsch PDF D…

Craniosacrale Therapie, Osteopathie & Co. - Der Spuk geht weiter

Glauben Sie an Ihre Heilung? 
An die eigene Heilung zu glauben, setzt zumindest körpereigene Botenstoffe frei, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken können. Um so besser, wenn Sie zum Beispiel zu einer Behandlung mit Craniosacraler Therapie, Osteopathie, Reiki, Homöopathie, Akupunktur oder Kinesiologie gehen. Denn je mehr Sie an Ihre Heilung glauben, desto eher wird Sie eintreten, oder etwa doch nicht? - Die genannten "Therapien" sind allemal Pseudotherapien mit starker Suggestivwirkung, Propaganda und handfester Lobby. Die wissenschaftliche Beweislage sieht allerdings für alle genannten Therapieformen dünn, negativ oder unbewiesen aus. Deshalb ist es besser, wenn Sie an diese Therapien glauben, denn dann setzen Sie die körpereigenen Selbstheilungskräfte in Gang (schon vor der Behandlung!). Craniosacrale Therapie als Teil der Osteopathie, Reiki, Homöopathie oder Akupunktur sind allesamt "Glaubenstherapien", die davon leben, dass man an sie glaubt. Echte …

Aderlass und Osteopathie

Glauben Sie an den Aderlass?
Der Aderlass war eine gängige medizinische Methode bis ins 19. Jahrhundert, der zur Behandlung einer ganzen Palette von Krankheiten verwendet wurde. Relikte dieser Behandlungsform findet man heute noch im (blutigen) Schröpfen mittels Schröpfgläser. Der Aderlass ist dank eingehender, moderner, wissenschaftlicher Untersuchungen und einiger Wagemutige, die sich gegen das damalige medizinische Establishment stellten und die neuen Erkenntnisse auch öffentlich vortrugen, bis auf ganz wenige Indikationen längst abgeschafft. Was damals in seiner Popularität der Aderlass war, ist heute z.B. die Osteopathie (und als Teil von ihr die "Craniosacrale Therapie", kurz: CST). Im Gegensatz zur Geschichte des Aderlass´ haben sich die Umstände und die Zeiten jedoch ziemlich geändert und die Lobbyisten von alternativmedizinischen Behandlungsmethoden sind heute finanz- und vor allem medienstark. Die Osteopathie ist jedoch nichts weiter als eine "Trendmedizin"…

Rechtliche Grundlagen zur Ausübung der Craniosacralen Therapie und der Osteopathie*

Craniosacrale Therapie und nun auch die Osteopathie darf in Deutschland nach der gültigen Rechtsprechung nur von Heilpraktikern im Besitz einer Vollzulassung und Ärzten beworben und selbstständig (gleich eigenhändig) durchgeführt werden. Für ein sogenanntes Delegationsverfahren (Arzt oder Heilpraktiker stellt eine Verordnung / Rezept aus) gibt es auch keine rechtliche Grundlage (siehe die aktuelle Rechtsprechung von September 2015). In einem anderen Verfahren beim VG Düsseldorf aus 2008 wurde auch festgestellt, dass "Die osteopathische Behandlung gemäß § 1 Abs. 1 HeilprG erlaubnispflichtig" ist (08.12.2008, Az. 7 K 967/07). Dieses Urteil ist seit dem 22.07.2010 rechtskräftig, nachdem der Antrag auf Berufung von den Klägern zurückgezogen wurde. Damit wurde gerichtlich bestätigt, dass es sich bei der Osteopathie unzweifelhaft um die Ausübung der Heilkunde handelt. Die Berufsbezeichnung "Osteopath" ist allerdings rechtlich auch sehr fragwürdig. Nach der aktuellen rec…

Auf den Inneren Arzt hören - Eine satirische Geschichte von Volker H. Richter

Neulich fiel mir ein kleines Büchlein in die Hände. Darauf stand: „Auf den inneren Arzt hören“. Ich fing an zu lesen und war sofort fasziniert. „Was es so alles gibt“, dachte ich. Ich nahm mir dann vor, auch einmal mit meinem Inneren Arzt zu sprechen. Ich saß ganz ruhig und entspannt auf meinem Sofa und versuchte mit Ihm in Kontakt zu treten: „Hallo innerer Arzt“... „Hallöchen“... „Sehr geehrter Herr Doktor“... Egal wie ich ihn ansprach, ich hörte nichts, keine Antwort, nichts. Warum schwieg er sich wohl so aus, dachte ich? Vielleicht habe ich etwas Ernstes? Vielleicht war er aber auch gerade beschäftigt. Mein Puls stieg an. „Innerer Arzt, jetzt komm´ schon, zeig´ Dich bitte. Ich will nur ein kleines Pläuschchen halten. Small Talk. „Innerer Arzt“ bitte!Immer noch keine Antwort. Ich wurde traurig. Ich schrieb eine lange e-mail, Telefon, Fax, Einschreiben mit Rückschein, alles ohne Erfolg. Er ging nicht ans Telefon, die e-mail und das Einschreiben kamen zurück, das Fax ging gar nicht ers…

Kassenleistungen und die Wirksamkeit von alternativ-medizinischen Therapiemethoden

Einige Anbieter von Craniosacraler Therapie* (CST), die z.B. auch Osteopathie durchführen, weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, daß Osteopathie jetzt auch als Kassenleistung in Anspruch genommen werden kann. Doch die Tatsache, daß eine gesetzliche Krankenkasse die Osteopathie übernimmt, sagt (leider) noch nichts über deren Wirksamkeit aus. Dahinter stecken eher marketing-strategische Überlegungen zur Mitglieder-Aquisition, als Wirksamkeitsbeweise. Führendes Beispiel ist die Techniker-Krankenkasse (TKK), die als eine der ersten Krankenkassen die Homöopathie in ihren Leistungskatalog aufgenommen hat und nun auch osteopathische Behandlungen bezahlt, obwohl es für beide Therapieformen keine hinreichenden Beweise für deren Wirksamkeit gibt bzw. die negativen Forschungs-Ergebnisse die positiven um ein Vielfaches übertreffen. 
Jedoch sind sowohl Homöopathie als auch die Osteopathie "Trend-Therapien", die von vielen "gesundheitsbewussten" Menschen gewünscht werden, i…

Es gibt keine fundierten wissenschaftlichen Studien zur Craniosacralen Therapie aus Deutschland

Warum verbreitet sich die Craniosacral Therapie (CST) in Deutschland bei Verbrauchern (Patienten) und Therapeuten quasi epidemieartig, obwohl es seit 15 Jahren fundierte Kenntnisse gibt, die der CST Wirkungslosigkeit bescheinigen?
Im Gegensatz zum deutschen Sprachraum mehren sich im angelsächsischen Raum die kritischen Stimmen. Woran liegt das? - Wenn man nach Stichworten wie „klinische Arbeiten, Craniosacrale Therapie, wissenschaftliche Belege, Beweise etc.“ googelt, stösst man vorwiegend auf englische  Studien. Es gibt offensichtlich keine klinischen Studien aus Deutschland. Auf redaktionelle Anfrage hat die Carl und Veronika Carstens Stiftung bestätigt, dass deutsche Studien sehr rar sind. Sie selbst konnte nur eine einzige Studie in Ihrer Datenbank finden. Medizinische Studien nach dem sog. Goldstandard, aus denen einen Wirksamkeitsnachweis für die CST abgeleitet werden könnte, gibt es überhaupt nicht! Die beiden einzigen Übersichtsarbeiten (engl. "Review") kommen zu dem …